Willkommen

                                                                                „Ich wage nicht mehr, dir in die Augen zu
blicken, nicht weil sie vorwurfsvoll sind –
Sie wissen nichts von Vorwurf-, sondern
weil sie so vertrauensvoll sind.“
P. Weiß „Die Besiegten

Mit Beginn meiner Weiterbildung zum „Analytischen Gestalttherapeuten“ (AGI Bonn) lernte ich kennen und fühlen, was traumatisierende Erlebnisse sind. Im gleichen Jahr, 1988, begann ich im „Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge“ in Düsseldorf zu arbeiten.

Und hier lag es mir nahe zu schauen, wie Kinder mit Verfolgung, Inlandsflucht, Krieg, der Ermordung naher Angehöriger und Freunde und dem unsicheren Leben im Exil umgehen.

Und obwohl meine Weiterbildung sich an Erwachsenen ausrichtete, begann ich dennoch mit Flüchtlingskindern zu arbeiten. Ich sehe sie als junge Menschen mit eigener Geschichte, die durch Gewaltverhältnisse in ihren Heimatländern zu Flüchtlingen gemacht worden sind. Fortan sprach ich von ihnen als „Kinder- und jugendlichen Flüchtlingen“.

Niemand kann zur Zeit sagen, wie hoch die Anzahl der erwachsenen und Kinder- jugendlichen Flüchtlingen ist, die unter Traumafolgestörungen leiden.
Dass es jedoch sehr viele Menschen sind, darauf verweisen die brutalen Bilder in ihren Heimatländern, die Fluchtwege und nicht zuletzt auch die Unsicherheit des deutschen Exils. Denn solange diese Menschen nicht als Flüchtlinge anerkannt sind, ein rechtliches Bleiberecht haben, befinden sie sich auf der Flucht.

Aus diesem Grund werde ich in der nächsten Zeit zusätzliche Angebote für erwachsene und Kinder- jugendliche Flüchtlinge entwickeln, wie auch für professionelle wie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

  • Reflexionsgruppen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, denen oftmals grausame Erlebnisse berichtet werden oder die einfach mit dem Leid der Flüchtlinge konfrontiert sind und entlastet werden sollten.
  • Supervisionsgruppen für professionelle Helfer unterschiedlicher Berufsgruppen (Feuerwehr, THW, Flüchtlingsberaterinnen und Flüchtlingsberater, Notfallseelsorge, Polizei, aber auch Lehrerinnen und Erzieherinnen etc.)
  • Stabilisierungsgruppen für monoethnische Gruppen jugendlicher Flüchtlinge (ca. 12 – 16 J.) mit Sprach- und KulturmittlerInnen in folgenden Sprachen:
    • Somali
    • Farsi
    • Arabisch

Da ich seit 1988 mit Flüchtlingen arbeite und bundesweit Fortbildungen, Supervisionsgruppen zur Arbeit mit extremtraumatisierten Flüchtlingen durchgeführt habe, fühle ich mich auch weiterhin herausgefordert diesen Menschen zu helfen.